DIGITORIAL ZUR AUSSTELLUNG

Intro

Magnetic North Eine Ausstellung über den Mythos Kanada in der Malerei 1910–1940 COMING SOON!

Lawren Harris, Mount Lefroy, 1930

Fantastische Outdoor-Abenteuer, einsame Holzhütten im Wald oder magische Nordlichter vor weißen Gletschern – allein das Wort „Kanada“ weckt in uns viele romantische Assoziationen. Plötzlich sehnen wir uns nach einem idyllischen Leben als Aussteiger, wie es Filme und Literatur so oft zeigen.

Diese romantisierten Ideen sind keine Erfindung unserer Zeit: Anfang des 20. Jahrhunderts reisten kanadische Künstlerinnen und Künstler aus den Städten in die Natur. Sie waren auf der Suche nach einer neuen malerischen Sprache für die kulturelle Identität der damals noch jungen Nation, die seit 1867 mit dem Zusammenschluss der Provinzen den Prozess der Unabhängigkeit eingeleitet hatte. Visuell verkörpern diese Gemälde und Skizzen den Traum von einer unberührten Welt. Sie zeichnen das Idyll einer überwältigenden Landschaft und bewegen sich damit jenseits der Realität des modernen Stadtlebens oder der expandierenden industriellen Nutzung der Natur. Nicht zuletzt war diese Landschaft auch die Heimat der Indigenen Bevölkerung.

Lawren Harris, Lake and Mountains, 1928

Moder­ne als National­kunst: die Group of Seven

Im Mai 1920 gründeten die befreundeten Künstler Lawren Harris, J. E. H. MacDonald, A. Y. Jackson, Frank Johnston, Arthur Lismer, Franklin Carmichael und A. J. Casson offiziell die Vereinigung Group of Seven. Bereits mehrere Jahre in Folge hatten sie auf gemeinsamen Ausflügen die Landschaft nördlich von Ontario erkundet und in stimmungsvollen Gemälden festgehalten. Die Group of Seven, aber auch weitere Künstlerinnen und Künstler aus ihrem Umkreis, wie Emily Carr, Tom Thomson oder Mary E. Wrinch, vereinte neben der Vorliebe für die Landschaftsmalerei das Ziel, eine eigenständige kanadische Maltradition zu etablieren. In Abgrenzung zur europäischen Avantgarde wollten sie damit einen originären Beitrag zu der sich international entwickelnden Moderne leisten. Neben ihren künstlerischen Ideen teilten sie den Wunsch, durch ihre Gemälde eine Zugehörigkeit zu der noch nicht lange unabhängigen Nation Kanada zum Ausdruck zu bringen und idealerweise auch im Betrachter zu erzeugen. Dieses Nationalgefühl sollte durch Kunst verbreitet, geformt und gefestigt werden.

„Das Denken von heute lässt sich nicht in die Sprache von gestern gießen“

Group of Seven, 1922
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