DIGITORIAL ZUR AUSSTELLUNG – KUNST FÜR KEINEN. 1933-1945

Intro

KUNST FÜR KEINEN
1933–1945
4. März – 6. Juni 2022

Jeanne Mammen, Sterbender Krieger (Junger Soldat im Frontfeuer), um 1943, Detail

Wahljahr 1932: Im April erlangt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) im Freistaat Anhalt mit mehr als 40 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen die Mehrheit im Landtag. Für den darauffolgenden Monat Mai ist in der damaligen Landeshauptstadt Dessau im Bauhaus – Schule für Architektur, Design und Kunst – die erste große deutsche Einzelausstellung der Künstlerin Hannah Höch geplant. Die Eröffnung steht unmittelbar bevor, als die neu gewählte politische Führung das Ausstellungsvorhaben verhindert. Der finanzielle Zuschuss wird gestrichen und das Bauhaus, dessen künstlerische Ausrichtung nicht der NS-Ideologie entspricht, wenige Monate später aufgelöst.

Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten beginnt eine Zeit von Gewalt und Terror, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit – für all jene, die sich dem anfangs mehrheitlichen Zuspruch für die NS-Herrschaft nicht anschließen. Das öffentliche Leben, Politik, Medien und bildende Künste werden einer Ideologie im Sinne des nationalsozialistischen Regimes unterworfen. Viele in Deutschland beheimatete Künstlerinnen und Künstler fliehen ins Exil, in Sorge um das eigene Leben und um sich die Freiheit zu bewahren, ihren künstlerischen Ausdruck selbst zu bestimmen. Andere bleiben in Deutschland und schaffen fern der Öffentlichkeit auch unter dem Radar der Nationalsozialisten ausdrucksstarke Werke. Sie thematisieren die Ängste und das Elend der Zeit, ihre Einsamkeit und die drohende Gefahr des Krieges wie auch dessen grausame Folgen. Neben Reaktionen auf tagespolitische Ereignisse zeigen ihre Arbeiten die intensive Auseinandersetzung mit experimenteller Fotografie, Fotomontage und den aktuellen Tendenzen abstrakter Malerei.

WAS IST DIKTATUR?

Der Begriff „Diktatur“ bezeichnet die unbeschränkte Herrschaft einer Person, Gruppierung oder Partei in einem Staat. Die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 und 1945 war eine totalitäre Diktatur. In totalitären Diktaturen sind alle politischen, gesellschaftlichen und staatlichen Fragen uneingeschränkt einer programmatischen Ideologie untergeordnet. Die Vielfalt im öffentlichen Leben, Freiheit von Presse und Massenmedien sowie die freie Entfaltung der Künste und oppositioneller Bewegungen werden zugunsten der Absolutheit des Diktators verhindert. Ziel ist es, die Gesellschaft vollständig zu kontrollieren und gemäß der offiziellen Weltanschauung umzuformen. Einschüchterung, Verfolgung und der Einsatz terroristischer Maßnahmen dienen dazu, das Individuum zu unterdrücken und jegliche Äußerungen des Widerstandes bereits im Keim zu ersticken.

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